Mineralstoffe fürs Herz: was belegt ist und was nicht
Mineralstoffe fürs Herz: was belegt ist und was nicht
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Mineralstoffe ansehen →📝 TL;DR: Für einige Nährstoffe gibt es in der EU zugelassene Angaben zu Herz, Blutdruck und Muskelfunktion. Sie gelten für den normalen Zustand und sagen nichts über die Behandlung von Herzerkrankungen aus. Wer eine Herzerkrankung hat, gehört in ärztliche Behandlung, nicht in die Supplement-Abteilung.
Zum Thema Nährstoffe und Herz kursiert viel, was sich nicht halten lässt. Dieser Artikel geht den umgekehrten Weg: Er listet auf, welche Aussagen in der EU tatsächlich zugelassen sind, im genauen Wortlaut, und benennt ebenso klar, wo es keine gibt.
Was „zugelassene Angabe" bedeutet
Gesundheitsbezogene Angaben zu Lebensmitteln sind in der EU nicht frei formulierbar. Sie müssen wissenschaftlich geprüft und in eine Liste aufgenommen worden sein, und sie dürfen nur in der zugelassenen Bedeutung verwendet werden. Angaben über die Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten sind für Lebensmittel generell verboten. Das ist keine Formsache, sondern der Grund, warum wir hier bewusst nüchtern bleiben.
Kalium und Blutdruck
Für Kalium gibt es zwei Angaben, die hier einschlägig sind:
Kalium trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei.
Kalium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei.
Der entscheidende Punkt steckt im Wort normal. Zugelassen ist die Aussage, dass Kalium hilft, einen normalen Blutdruck zu halten. Nicht zugelassen und rechtlich klar außerhalb ist alles, was in Richtung Senkung eines erhöhten Blutdrucks geht. Bluthochdruck ist eine Erkrankung, und deren Behandlung gehört in ärztliche Hände.
Kalium nimmt man in aller Regel problemlos über die Ernährung auf. Gute Quellen sind Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Spinat, Aprikosen, Bananen und Nüsse. Bei Kalium in Kapselform ist zudem Vorsicht angebracht: Wer Medikamente einnimmt, die den Kaliumspiegel beeinflussen, spricht die Ergänzung vorher mit dem Arzt ab.
Magnesium
Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei.
Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei.
Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
Der Herzmuskel ist ein Muskel, insofern ist der Bezug naheliegend. Zugelassen ist aber die allgemeine Aussage zur Muskelfunktion, nicht eine spezielle zum Herzen. Die empfohlene Zufuhr liegt bei Erwachsenen bei rund 300 bis 400 mg täglich. Grünes Blattgemüse, Nüsse, Vollkorn und Hülsenfrüchte decken das in der Regel ab.
Thiamin: die einzige Angabe, die das Herz ausdrücklich nennt
Thiamin trägt zu einer normalen Herzfunktion bei.
Thiamin ist Vitamin B1. Es ist der einzige Nährstoff in dieser Runde, für den eine Angabe existiert, die das Herz beim Namen nennt. Enthalten ist es in Vollkornprodukten, Schweinefleisch, Hülsenfrüchten und Sonnenblumenkernen. Ein Mangel ist in Deutschland selten.
EPA und DHA
EPA und DHA tragen zu einer normalen Herzfunktion bei.
Diese Angabe gilt bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg EPA und DHA. Das ist die Menge, die etwa in einer Portion fettem Seefisch steckt. Wer zweimal die Woche Lachs, Hering oder Makrele isst, liegt in diesem Bereich. Bei Kapseln lohnt der Blick auf den tatsächlichen EPA- und DHA-Gehalt statt auf die Gesamtmenge Fischöl, denn die beiden Zahlen unterscheiden sich deutlich.
Weitere Nährstoffe mit Bezug zum Kreislauf
Eisen trägt zum normalen Sauerstofftransport im Körper bei.
Selen trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Zink trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Calcium trägt zur normalen Signalübertragung zwischen den Nervenzellen bei.
Bei Eisen gilt eine Einschränkung, die oft untergeht: Eisen ergänzt man nicht auf Verdacht. Ein Eisenüberschuss ist nicht harmlos, und ob ein Mangel vorliegt, klärt eine Blutuntersuchung, keine Selbsteinschätzung.
Wofür es keine zugelassene Angabe gibt
Das gehört zur Ehrlichkeit dazu, auch wenn wir die Produkte selbst verkaufen:
Coenzym Q10. Für Q10 existiert in der EU keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Der Stoff ist im Energiestoffwechsel der Zelle beteiligt, das ist unstrittig, aber daraus lässt sich keine zulässige Wirkaussage ableiten. Wer Q10 nimmt, tut das ohne eine solche Grundlage.
Citrus Bergamot und andere Pflanzenextrakte. Auch hier gibt es keine zugelassene Angabe. Solche Extrakte werden nachgefragt, und wir führen sie deshalb. Ein belegtes Versprechen ist damit nicht verbunden.
Was über die Ernährung geht
Die genannten Nährstoffe stecken in ganz gewöhnlichen Lebensmitteln. Grünes Blattgemüse, Nüsse und Vollkorn liefern Magnesium. Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Aprikosen liefern Kalium. Zweimal Seefisch pro Woche deckt EPA und DHA. Milchprodukte und Sesam liefern Calcium.
Eine Ergänzung ist sinnvoll, wenn ein Bedarf besteht, den die Ernährung nicht deckt. Sie ist nicht sinnvoll, weil sich das gut anfühlt. Den Unterschied klärt eine Blutuntersuchung, nicht ein Artikel im Internet.
Wann es in ärztliche Hand gehört
Herzstolpern, Engegefühl in der Brust, Luftnot bei Belastung, Wassereinlagerungen in den Beinen oder ein dauerhaft erhöhter Blutdruck sind Gründe für einen Arzttermin, nicht für eine Bestellung.
Dasselbe gilt für alle, die bereits wegen des Herzens behandelt werden. Mehrere Herzmedikamente beeinflussen den Mineralstoffhaushalt, und einzelne Ergänzungen können mit ihnen in Wechselwirkung treten. Wer Medikamente nimmt, bespricht jede Ergänzung vorher mit dem behandelnden Arzt. Wir können und wollen diese Einschätzung nicht ersetzen.
Fazit
Zu Herz und Kreislauf gibt es eine überschaubare Zahl zugelassener Aussagen: Kalium zum Halten eines normalen Blutdrucks, Thiamin zur normalen Herzfunktion, EPA und DHA ebenfalls zur normalen Herzfunktion, Magnesium zur Muskelfunktion. Alles davon bezieht sich auf den normalen Zustand. Für Coenzym Q10 und Pflanzenextrakte wie Citrus Bergamot gibt es gar keine.
Wer gesund ist, deckt diese Nährstoffe in aller Regel über die Ernährung. Wer ein Herzproblem hat, geht zum Arzt. Beides ist unspektakulär, aber es stimmt.
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Wenn Sie Medikamente einnehmen oder wegen einer Herzerkrankung behandelt werden, sprechen Sie jede Ergänzung vorher mit Ihrem Arzt ab.